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A46-Gegner laden Befürworter an Runden Tisch ein

Region, 11.08.2011, Heinz Krischer

Menden/Arnsberg. Die Gegner des A 46-Lückenschlusses zwischen Hemer und Arnsberg rufen die Befürworter der Autobahn zu einem „Runden Tisch“ auf. Dort soll eine einvernehmliche Lösung der Verkehrsprobleme im Sauerland erzielt werden. Kleinteilig und schnell umsetzbar statt des Großprojektes Autobahn, lautet der Vorschlag.

Die Situation ist seit dreißig Jahren festgefahren. Die einen wollen die Autobahn von Hemer nach Arnsberg, weil sie Wirtschaft und Pendlern nützt. Die anderen lehnen sie ab, weil sie die Zerstörung wertvollen Naturraums und Belastung von Anliegern fürchten. Immer neue Trassenvarianten wurden geprüft und verworfen. Insbesondere für das Naturparadies Luerwald zwischen Menden und Arnsberg scheint es keine verträgliche Lösung zu geben und deshalb ist zuletzt immer wieder von einem Bau in zwei Teilabschnitten die Rede: der Fortsetzung der A 46 von Hemer bis Menden in einem ersten Schritt – und irgendwann später auch mal bis Arnsberg.

Fehlerhafte Abschnittsbildung

Doch Dr. Werner Reh, Leiter Verkehrspolitik des Naturschutzverbandes BUND, ist sicher: „Auch dieses erste Teilstück wird keine Chance auf Verwirklichung haben.“ Neben planerischen Punkten führt er vor allem juristische Möglichkeiten an, den Bau zu verhindern. Stichwort: „Fehlerhafte Abschnittsbildung“. Mit einem Autobahnende in Menden würde ein Fortbau auch durch den Luerwald nach Arnsberg provoziert. Solch ein Zwangspunkt hätte vor keinem Gericht Bestand, meint der Verkehrsexperte.

Die Autobahn werde auch in den nächsten zwanzig bis dreißig Jahren nicht kommen, zeigte sich Stefan Neuhaus, Sprecher der „Giga“, der Gruppeninitiative gegen die A 46, überzeugt und rief deshalb gestern zu einem Runden Tisch auf, an dem sich Gegner, Befürworter, engagierte Bürger und Experten versammeln sollen. Eine Einigung auf Alternativen zur Autobahn könnte deutlich schneller umgesetzt werden. Dabei geben sich die Gegner durchaus verhandlungsbereit. „Klar ist, dass dabei auch Kompromisse gemacht werden müssen“, sagt BUND-Verkehrsexperte Dr. Reh.

Paketlösung mit kleinteiligen Maßnahmen

Einer könnte die Weiterführung der A 46 von Hemer bis Menden als zweispurige Straße auf der angedachten Trasse der A 46 sein. Damit wäre eine starke verkehrliche Entlastung von Hemer verbunden. „Das ist jetzt kein Vorschlag von uns“, schränkt Stefan Neuhaus zwar ein, und betont, dass man sich auch Varianten vorstellen könne. Doch: „Wir sind bereit an Alternativlösungen mitzuarbeiten.“ Bei der Alternative zur Autobahn schwebt den Gegnern eine Paketlösung aus vielen kleinteiligen Maßnahmen vor – innerstädtische Straßen in Menden beispielsweise und eine Ortsumgehung für Wickede, von Niederbarge bis zur Autobahnanschlussstelle Wickede.

Geld auch vom Bund?

Die Sorge, dass diese Maßnahmen nicht wie eine Autobahn vom Bund bezahlt würde, sondern von Land und Kommunen getragen werden müssten, versucht Verkehrspolitiker Dr. Reh zu zerstreuen. Das Bundesfernstraßengesetz sehe im Paragrafen 5a vor, dass auch solche Alternativen aus dem Etat des Bundesverkehrsministers finanziert werden könnten.

Das Angebot der A 46-Gegner fand zumindest in einer ersten Reaktion bei den Befürwortern keine offenen Ohren. „Im Moment sehen wir keinen Gesprächsbedarf“, sagte Hubertus Gössling, Sprecher der Unternehmerinitiative Pro A 46, im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch seine Initiative hätte beispielsweise den dreistreifigen Ausbau der Bundesstraßen geprüft, aber: „Es gibt keine Alternative zum Lückenschluss.“



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