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Wissenschaftler: A 46 mit weniger Nutzen als gedacht

WIMBERN ▪ Der A 46-Lückenschluss bringt viel weniger Nutzen als dies von den Planern und Befürwortern behauptet wird. Im Gegenteil kostet das geplante Teilstück sogar mehr als es bringt. Das ist Kernaussage einer verkehrswissenschaftlichen Studie von Prof. Dr. Ing. Gert Marte aus der Hansestadt Bremen, die gestern in Wimbern von der Gruppeninitiative „GigA 46“ vorgestellt wurde.

Präsentation in Wimbern: v.l. die GigA 46-Sprecher Kemmerzell, Mölle und Neuhaus, Prof. Dr. Marte, WIG-Mitglied Schulte und Ingrid Ketzscher (Bündnis90/Die Grünen Menden)

Im Beisein von Michael Schulte (Wimberner Interessengemeinschaft, WIG) und Ingrid Ketzscher (Bündnis 90/Die Grünen Menden) erläuterte der Wissenschaftler, dass sich die Nutzen-Kosten-Analyse aus dem Bundesverkehrswegeplan von 2003 nicht halten lasse.

Ursprünglich war für das Autobahn-Teilstück eine Verhältnis von 5,2 angesetzt worden. Das würde bedeuten, dass für jede Million, die beim Bau der Autobahn ausgegeben wird, ein Nutzen von 5,2 Millionen entsteht; etwa durch neue Arbeitsplätze, wirtschaftliche Vorteile, Ansiedlung von Industrie, schnellerer Warentransport, etc. Nachdem die Baukosten für das 18,7 km lange Teilstück nach offiziellen Schätzungen aber inzwischen von ehemals 253 Mio. auf mittlerweile rund 300 Mio. gestiegen sind, verschlechterte sich die Kosten-Nutzen-Quote zwischenzeitlich auf 4,4.

Prof. Dr. Ing. Gert Marte allerdings kommt auf einen ganz anderen Quotienten. Sein Expertenteam von unabhängigen Verkehrswissenschaftlern habe vielmehr ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 0,81 berechnet. Mit anderen Worten: Jede investierte Million ergibt einen Vorteil von nur 810 000 Euro. Der Lückenschluss als riesiges Verlustgeschäft - das ist die Quintessenz der Berechnungen.

GigA-Sprecher Stefan Neuhaus unterstrich gestern, dass die Analyse ein weiterer „Puzzlestein“ im Kampf gegen die A 46 sei: „Wir werden die Studie an die Fraktionen des NRW-Landtags und des Bundestages sowie den Regierungs-Präsidenten schicken. Auch örtliche und regionale Politiker werden informiert. Alternative, integrierte Lösungen mit moderatem Ausbau der vorhandenen Verkehrswege sind unser Ziel.“ Zudem erinnerte Neuhaus daran, dass SPD und Grüne laut Koalitionsvertrag verpflichtet seien, zu überprüfen, ob geplante Straßenbaumaßnahmen wirklich sinnvoll sind. Nach der Studie von Prof. Dr. Marte ist eine solche Überprüfung der A 46 für Neuhaus angezeigt.





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