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Durch Lückenschluss neue Probleme

Menden, 31.07.2010, WP-Redaktion

Menden. Die Erklärung der Bürgerinitiative Pro A 46 stößt auf „entschiedenen Widerspruch“ der Gruppeninitiative gegen den Bau der A 46 (GigA 46).

GigA-Sprecher Stefan Neuhaus erklärt: „Die Befürworter der A 46 wollen die vorhandenen Verkehrsbelastungen gegen die durch den Bau der Autobahn drohenden neuen Belastungen ausspielen.“ Neuhaus verweist auf die durch den Lückenschluss „neuen großen Belastungen durch Lärm und Schadstoffe am Haunsberg, im Rauherfeld, am Berkenhofskamp, in Barge und Wimbern.“ Die Entlastung durch den Lückenschluss sei im Gegenzug nur gering.

Westfalenpost: Die A 46 kann aus Sicht der Gruppeninitiative die örtlichen Verkehrsprobleme nicht lösen. Warum?

Stefan Neuhaus: Die B 7 wird auch nach Realisierung der Autobahn nach den Studien aus 1995 bzw. 2003 zwischen Edelburg und Westtangente mit 12 000 bis 14 000 Fahrzeugen befahren werden. Der Bräukerweg in Menden würde durch eine Nordtangente in größerem Ausmaß entlastet als durch die A46. Die Aussagen zur Verkehrsentlastung auf der B7 in Schwitten werden selbst durch die Mendener Stadtverwaltung in ihrer Stellungnahme zur Umweltverträglichkeitsstudie bezweifelt. Und in Wickede äußerte die Verwaltung im Rat deutliche Zweifel an den prognostizierten Entlastungen, da die zugrunde liegende Verkehrszählung aus dem Jahr 2005 durch eine Großbaustelle im Ort maßgeblich verfälscht worden sei.

WP: Dennoch sprechen sich insbesondere die Menschen, die an den stark belasteten Durchgangsstraßen wohnen, für die A 46 aus. Welche Antworten geben Sie ihnen?

Stefan Neuhaus: Dass sie Recht haben, wenn sie über die Belastungen klagen. Allerdings muss man auch sagen: Man kann nicht jedes örtliche Problem mit einer Autobahn lösen. Diejenigen, die seit 40 Jahren an der Autobahn festhalten, tragen einen großen Teil Mitschuld, dass bislang für die Region noch keine andere verkehrsplanerische Lösung als die A46 gefunden wurde. Sie haben die Menschen immer wieder damit vertröstet, das irgendwann die Autobahn kommt und ihre Verkehrsprobleme löst. Beides ist eine Illusion. Darüber hinaus gäbe es mit der A46 wieder ganz neue Probleme an anderen Stellen mit großem Lärm und Schadstoffen. Man kann aber nicht die eine Belastung gegen die andere ausspielen. Von der Zerstörung wichtiger Umwelt- und Naherholungsgebiete ganz zu schweigen.

WP: Und Sie finden Rückhalt bei der neuen Landesregierung?

Stefan Neuhaus: Wir begrüßen, dass sich SPD und Bündnis 90/ Die Grünen in ihrem Koalitionsvertrag für NRW darauf geeinigt haben, bei strittigen Projekten Untersuchungen zu Alternativen oder Netzlösungen zu beauftragen. Damit kann erstmals offiziell untersucht werden, wie der Verkehr in unserer Region umweltverträglicher geführt werden kann als mit der A46. In einer solchen Untersuchung müssen auch die Probleme der vom vorhandenen Verkehr belasteten Menschen in unserer Region berücksichtigt werden. Denn Menschen- und Naturschutz gehören für uns zusammen.




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