Navigation
Presse

Infoveranstaltung im Bürgersaal : A 46: Lärm, Schadstoffbelastung und zerstörte Erholungsgebiete

Menden, 23.01.2010, Corinna Schutzeichel

Menden. Mit dieser riesigen Resonanz hatten wohl selbst die Organisatoren von der GigA 46 (Gruppeninitiative gegen die Autobahn 46) nicht gerechnet: Bei der Info-Veranstaltung am Freitagabend im Bürgersaal reichten selbst die zusätzlich herbeigeholten Stühle nicht für alle Besucher aus.

  Referent Gerd Mackmann. Foto: Marcel Näpel

Der Abend soll aus Sicht der GigA 46 Ausgangspunkt für viele weitere Aktionen sein, die in den kommenden Wochen und Monaten gegen den Autobahnbau durchgeführt werden sollen.

Ingrid Ketzscher, Fraktionssprecherin der Mendener Grünen, nahm die Besucher mit auf einen visuellen Trassenspaziergang. Sie zeigte Mendens Ist-Zustand, eingebettet zwischen bewaldeten Hügeln. Und erläuterte bei jedem der Fotos, was in Zukunft dort zu sehen ist, wenn die Trasse gebaut wird. „Hier, beim A 10-Wanderweg, der von vielen Familien und im Winter von Skilangläufern genutzt wird, wird die Autobahn kreuzen”, informierte sie bei einer Aufnahme aus der Waldemei. Wie konkret die Planungen seien, sei an Bohrpunkten in der Waldemei und im Oesetal zu erkennen. Die Autobahn, so Ingrid Ketzscher, zerschneide nicht nur die Natur, sondern darüber hinaus schalle der Lärm auch in Wohngebiete wie zum Beispiel den Obsthof und in Naherholungsgebiete wie dem Hexenteich. „Wir wollen nicht, dass Menden ein Durchgangsort wird”, stellte Ingrid Ketzscher klar. „Wir wollen Menden so erhalten, wie wir es schätzen.”

Fachkundige Referenten

Die GigA 46 hatte drei weitere fachkundige Referenten eingeladen: Dr. Werner Reh, Leiter Verkehrspolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Klaus Brunsmeier, stellvertretender Bundesvorsitzender des BUND, und Gerd Mackmann vom Landesbüro der Naturschutzverbände. Einhelliger Tenor: Das Menden, das wir heute kennen, würde durch den Autobahn-Bau dauerhaft verändert. Gerechnet werden müsse, so Gerd Mackmann, mit einer verminderten Lebensqualität, einer höheren Schadstoff- und Lärmbelastung; Erholungsgebiete würden zerstört; Häuser im Bereich der Trasse müssten abgerissen werden; manche Gewerbeflächen könnten nicht mehr genutzt werden; Wohn- und Gewerbebereiche in Trassennähe würden entwertet; Vögel, Säugetiere, Käfer und Fledermäuse würden beeinträchtigt.

Brücke oder Tunnel

Ob es beim A 46-Lückenschluss eine Brücke oder einen Tunnel geben soll, steht noch nicht fest. Gerd Mackmann verdeutlichte allerdings, dass auch die Tunnellösung — der Tunnel soll das Industriegebiet Horlecke unterqueren — keine umweltverträgliche sein werde: „Das ist keine bergmännische Bauweise, sondern eine offene. Das heißt, es wird erst mal alles aufgerissen und dann später von oben abgedeckelt.” Dazu präsentierte er Bilder von kargen, abgeholzten Landschaften aus anderen Städten, in denen Autobahnen durch einstige Grünflächen führen.

Keine Entlastung Mendener Straßen

Stefan Neuhaus, der als Moderator durch den Abend führte, erklärte, dass durch die A 46 keine nennenswerte Entlastung Mendener Straßen — etwa Bräukerweg — erfolgen werde. Er bemängelte, dass bei der Verkehrsuntersuchung im Rahmen der Umweltverträglichkeitsstudie ältere, detailliertere Studien nicht mit einbezogen worden seien. Eine örtliche Entlastung durch die A 46 gebe es nicht: „Statt dessen müsste man eigentlich die alten Pläne zur Nordtangente wieder rausholen.”

Klage erheben

Klaus Brunsmeier (BUND) ermutigte die Zuhörer, sich gegen die A 46 zu engagieren: „Wir sind in einer günstigen Situation. Wir sind sehr früh dran.” Deshalb habe sich der BUND dazu entschlossen, dass er Klage erheben werde, wenn es zur Linienbestimmung und zum Planfeststellungsverfahren komme. Dazu werde der BUND „hochbezahlte Gutachter” einsetzen.

Am kommenden Dienstag, 26. Januar, tagt der Mendener Stadtrat ab 17 Uhr in einer Sondersitzung öffentlich zum Thema A 46 im Ratssaal.


zurück

www.gegen-a46.de info@gegen-a46.de